Pop, Stolizei!

Pop, Stolizei! Äh nein, Stei, Polizop! Mist, Stop…!… – weg isser… 😉

Gestern wurde ich auf dem Weg von Mönchengladbach kurz vor der aktuellen Heimat von einem Polizeifahrzeug gestoppt. Ich hatte die Sitzbank des Corsa komplett ausgebaut, den Beifahrersitz ganz zurück gekurbelt und mein neues altes Liegerad neben mir liegen. (Ach, deswegen „Liegerad“!?) Die Nächte vorher waren ziemlich verkorkst, ich trotz der Übernachtung in Köln schon eine ganze Weile am Autofahren (knapp 30°C!) und entsprechend schon recht fertig. Mit dem Streifenwagen hinter mir fühlte ich mich dann beobachtet, fuhr (natürlich) ganz vorschriftsmäßig, aber nicht ganz „rund“. Im nächsten Ort ging dann das rote „Stop“ auf dem Dach an. Na bravo, das konnte ich jetzt gerade gut gebrauchen. Ich hielt an einer Bushaltestelle an. 

„Allgemeine Verkehrskontrolle, bitte Führerschein und Fahrzeugschein.“ Ich wollte gerade aussteigen, weil meine Tasche hinten im Auto lag, da machte der Polizist die Tür zu und meinte „ich mach hier mal zu, wegen des Verkehrs“. – „Ich müsste aber aussteigen, meine Papiere sind hinten…“

Papiere übergeben, wurde erstmal das völlig verwaschene Foto beanstandet. Der Kollege ging mich und den Corsa überprüfen, der andere wollte gleich mal Warndreieck, Verbandkasten und Warnweste sehen. Okay, also Schikane. Der Kram lag komplett hinter dem Fahrersitz, die Warnweste wollte er gleich zweimal sehen. Wie es mit meiner Fahrtüchtigkeit aussähe. „Super“, sagte ich und zeigte beide Daumen hoch. Dann kam die Leier „es gibt da so gewisse Anzeichen, die auf Fahruntüchtigkeit hinweisen“ und sie täten das gerne überprüfen. Ich wäre so nervös, meinte er. Und ich erklärte ihm, dass ich das immer sei, wenn ich von der Polizei angehalten würde. Aufgrund meiner früheren gepimpten Fahrzeuge wäre ich halt bei jeder Kontrolle dabei gewesen und hätte nicht immer gute Erfahrungen gemacht. Ich wollte mir eine Zigarette anzünden, da meinte er, ob ich damit so lange warten könne, bis die Kontrolle vorbei wäre. Na klar. Ich wollte ja nicht, dass der junge Kommissar wegen mir an einer Raucherlunge elendiglich verreckt. Ob ich mit ein paar Tests einverstanden wäre. Nein, aus Prinzip nicht. (Das hat er davon, wenn ich nicht rauchen darf! 😉 ) Das wäre nichts Dramatisches, meinte er, nur so Sachen wie mit dem Finger die Nase berühren und sowas. Na auf diese Art, mich zum Affen zu machen, hatte ich keinen Bock. Und man muss das auch nicht machen. Weiß ich. Ich sagte, dass das ja garnichts bringen würde, weil überhaupt kein psychologisch geschultes Personal anwesend sei. Jetzt liefen die Zahnrädchen in seinem Kopf, das konnte man regelrecht sehen. Er musste sich nämlich entscheiden, mich ungetestet weiter fahren zu lassen, obwohl er „so ein Gefühl“ hatte. Die Alternative bestünde darin, mich mitzunehmen und ärztlich abchecken zu lassen. Das ist viel Schreibkram. Und peinlich, wenn nichts gefunden wird. Der Kollege kam mit den Papieren zurück. Ich musste noch erklären, wer die Halterin des Corsa ist. Ich widersprach mir dabei zwar (aus seiner Sicht) selber, weil ich „wohnsitzlos“ und „Nachbarin“ gleichzeitig verwendete, doch er ging nicht darauf ein. Er wünschte mir eine gute Weiterfahrt, gab mir die Papiere und weg waren sie. Ich fuhr ein paar Meter weiter, damit der Bus wieder eine Haltestelle hatte, dann rauchte ich meine wohlverdiente Zigarette… 😀

Klar, die Jungs und Mädels werden dafür bezahlt, misstrauisch zu sein. Aber sie können und dürfen eben weniger, als sie sich zutrauen (manchmal auch anmaßen). Ich bin sicher kein „Reichsbürger“, aber von diesen Spinnern kann man doch das eine oder andere lernen. Es gibt auch spannende Aufklärungsvideos von Rechtsanwälten, z.B. auf Youtube, von denen ich einige geschaut hatte. Freundlich bleiben, die gestellten Fragen hinterfragen und nur antworten, wenn die Antwort nicht weitere Fragen aufwerfen könnte, sonst elegant ausweichen. Man muss seine Krankheitsgeschichte nicht explizit darlegen, das geht die nichts an und sie werden auch niemanden gesund machen. Aber natürlich hilft es, eine Krankheit zu erwähnen, wenn dadurch Zittern und/oder Nervosität erklärt werden können. Doch auch da wieder Vorsicht, denn manche Krankheitsbilder werden wieder mit häufigem Drogen-/Alkoholkonsum verknüpft. Man fährt in diesem Fall wohl am besten, wenn man einfach nur „das ist krankheitsbedingt“ zur Auskunft gibt, aber nicht weiter auf die Krankheit(en) eingeht. Man muss ohne richterlichen Durchsuchungsbeschluss keinen Kofferraum öffnen, wenn man Verbandkasten, Warndreieck und Warnweste im Fahrgastraum transportiert. (Fiel bei mir weg, gab ja gerade keinen geschlossenen Kofferraum…) Für ärztliche Untersuchungen (auf einer Linie balancieren, herumhüpfen, Nase mit geschlossenen Augen berühren etc., eben die ganzen Spielchen, die von der Polizei nur des lustigen Anblicks wegen durchgeführt werden) braucht es das richtige Fachpersonal, keinen Polizisten, egal wie viele auch noch so glamourös wirkende Sterne auf seinen Schultern prangen und egal wie gut er sich auszukennen glaubt. Ich mache ja schließlich auch keine allgemeinen Fahrzeugkontrollen, nä… 😉

Doch logisch, mein sonst eher unauffälliges Auto schreit förmlich nach Fahrzeugkontrolle, Heisenberg sei Dank. So ist das eben, wenn man die gesamte Heckscheibe mit der Figur aus einer TV-Serie (Braking Bad) beklebt, bei der es eigentlich fast ausschließlich um Drogen geht…

Egal, ich fuhr mit Umweg Supermarkt nach Wolfstein, baute vor der Halle mein Liegerad wieder zusammen und war froh, heute nicht nochmal Auto fahren zu müssen.

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